Glossar

INFORMATIONEN ZUM GLOSSAR FINDEN SIE HIER
  • Die Liste enthält überwiegend Begriffe aus den plattdeutschen Texten und deren hochdeutsche  Bedeutung.
  • Hinzu kommen zahlreiche plattdeutsche Ausdrücke in den hochdeutschen Prosatexten. (Johann Schoon konnte seinerzeit davon ausgehen, dass fast alle seine Leserinnen und Leser des Plattdeutschen mächtig waren.)
  • Des Weiteren sind auch heute nicht mehr gebräuchliche hochdeutsche Begriffe aufgeführt (mit einem „h“ = hochdeutsch versehen).
  • Falls ein Wort mehrere Bedeutungen hat, so ist i.d.R. nur die zum Text passende Bedeutung angegeben.
  • Nicht in allen Fällen ließ sich die genaue Wortbedeutung herausfinden. Hinweise aus dem Leser/innenkreis werden dankbar angenommen!
  • Der überwiegende Teil der Worterklärungen stammt aus: Johann Schoon, Wulfsblömen, Verlag Schuster, Leer 1989.

A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   X   Y  Z

A

Aant Ente
Adder Kreuzotter
Ahle (h) Werkzeug zum Löcherstechen in Leder (= Pfriem)
Albeje Johannisbeere
allmetts manchmal, mitunter
Amel Tipulalarven (Larven der Wiesenschnake)
Antjeflött Wasserlinsen, Entengrütze
anwinnen gedeihen, wachsen, zunehmen
arig eigenartig, eigentümlich
atzen; Ätzung (h) (Jägerspr.) füttern, fressen; Fütterung, Nahrung
aufbaumen (h) (Jägerspr.) auf einen Baum fliegen

B

Baas Meister, Oberhaupt, hervorragender Mensch
Bangbüx Angsthase
Barkhöhner Birkhühner
Barre (h) Haufen; Untiefe
Bäverbuck Bekassine
Beje Beere
Benttopp Pfeifengrasbüschel
Bergung (h) Schutz
berieten ausrichten, bewältigen, schaffen
Besanmast hinterster Mast
Beßvader Großvater
besteden anheuern, verdingen, verpflichten
betüssen beruhigen, besänftigen, beschwichtigen
bewennt lohnend, ordentlich, richtiggehend
Bienenschauer (h) Bienenstand
Bigge Ferkel
Binaam Bei-, Spitz-, Scherzname
binnen innen, binnen
binnendör querfeldein
Binnenfahrer Binnenschiff
blach (h) flach, eben
blänkern, blinkern glitzern, funkeln, glänzen
Blattje Zeitung
Ble(e)ker Kläffer
bleihen blühen
Bleitkopp Blütenkopf, Blumen
Bliedskup Freude
Blixem; blixem Teufel, Bösewicht; teuflisch, böse
Bohner, Böhner Handbesen
Bollertpinne Hebel zur Bedienung des Ruders
Boltje Bonbon
Bovenlannerske Ober-, Süddeutsche (Nicht-Ostfriesin)
Braak Morast, Sumpf
Brahm (Braam) Ginster
brannerg erregt, hitzig, (über) eifrig, versessen
Breefeisen, -hammer Werkzeug zum Abdichten der Zwischenräume von Schiffsplanken
Brö(e)r Bruder
Brodem (h) Geruch, ausströmender Dunst
Broteeters „Brotesser“, die ihre Meinung nach ihrem „Brotgeber“ (Arbeitgeber) ausrichten
Brügge Stück Brot, Butterbrot; Brücke
buffen, das B. Geräusch des Flügelschlagens
Bulge starke Welle, Woge
Bulster Schale, Spelze
Bült Haufen
Bummke Kanne
bunken die obere Moorschicht = Bunkerde bei der Torfgewinnung abräumen
Bunkerde oberste Schicht beim Torfabbau
buten außen, draußen
Butenfahrer Seeschiffer
Butze Schlafstelle, Wandbett
Buurkeree Landwirtschaft

C

Christ Kyrie Christus Herr

D

Dachschofen Ballen aus Roggenlangstroh
Daghüür Tagelohn
Dangel (vermutl.) langes Gras
Dargdobbe Moorkuhle
dargig; Darglöcher torfig; sumpfige, moorige Löcher
Deep Tief (kleiner Fluss); Kanal
Deer Tier
Dimt Diemat, Flächenmaß von 56—66 ar; in Ostfriesland 5673,8 m2 (gemeten D. = 50 ar)
Dingerees (fertiges) Ding, Gerät, Werkzeug
Dobbe Grube, Teich
Dodenholt Sarg
Dohne Vogelschlinge
dokerg neblig
Dönner (Schimpfwort) Lümmel, Teufel
dönners verflixt, verflucht, verteufelt
doodsk klanglos, reglos, still
Dook Nebel
Dopp(el)heide Glockenheide, Erika
Dördriever Draufgänger; Strolch
Döskedeel Dreschdiele, Tenne
Drafft Trab, Laufschritt
dreedübbelt dreifach
Drifft Brücke, Steg, Feldweg
Drinkeldobbe (Vieh-) Tränketeich
Drüppel Türschwelle
Druschabfall (h) Dreschabfall
Du(u)ske kurzer Schlaf, Schläfchen
dubbern klopfen, pochen
duff (h) glanzlos, matt
Dukdalbe (Duukdalve) mit weiteren Pfählen verbundener Pfahl im Hafenbecken zum Festmachen von Schiffen
Dünken Meinung
Dunker Dämmerung
düren dürfen; dauern

E

Eenloper Junggeselle
elk sien Möög jedem das Seine
Ellernbrook Erlenbruch
enerwors irgendwo
Enigheit, in sien E. zu sich selbst
Ester Fliese
Etmal 24 Stunden (von Mittag bis Mittag)
evkes eben

F

Faschine zusammengeschnürtes Strauchbündel, zum Deichbau oder zur Uferbefestigung
Fenne Land, Niederung, Weide, Wiese; abgegrenztes, niedriges Weideland
fiefschaften (vermutl.) fünflagig
Fiefthalv 4 1/2 Stüber; in neuerer Zeit: 25 Pfennig
Fienste (de fehlt dat F.) „Feinste“ (dem/der fehlt es an Feinsinn;  Umschreibung für: er/sie ist nicht mit hohen geistigen Gaben gesegnet)
Flaag Fläche
Flaak Geflecht, Schutzwand, Zaun; Niederung
Flappsnuut Petze(r)
Fledderbusk Holunderbusch
Fock Brille (so genannt, weil die Brille manchmal wie ein Vorsegel = Fock auf die Nasenspitze gesetzt wird)
Fohr Fuder, Fuhre, Wagenladung
Foor (Vieh)futter
Frejeree Freierei, Liebesverhältnis
Frievpahl Scheuerpfahl (Pfahl in der Weide, an dem sich das Vieh scheuert)
Funnsel Finderlohn
Futtgang Fortgang, -schritt

F

Galiot, Galljoot Küstensegelschiff
gardelk praktisch
Gauch (h) Kuckuck
geelmessengen messingfarben
Geheck (h) (Mäuse) Wurf, Junge
Geißfuß (h) Giersch
Geldbesniederee Geldbeschneiderei, Währungsreform
Gelichter (h) Gesindel
Geluut Laut, Schall, Ton
Gemeentewark (gemeinsame) unbezahlte Arbeit für die Gemeinde
Gevel (Gävel) Giebel
Gierder Quieker, Schreihals
gieren kreischen, quieken
girren (h) gurren
glei glänzend, gleißend, glühend
Gloor Feuer, Glut
glupen glotzen
Goodje(n) Zeug, Kram
Goos Gans
Gört; Görtmaker Grütze; Grützmacher
Grastopp Grasbüschel
Greta Pfuhl-, Sumpfschnepfe
Grummet getrocknetes Wiesengras des zweiten Schnitts
Grüppe kleiner Graben
Gubel Schlamm, Matsch
Gulf Getreidespeicher, Scheunenteil
güst mager, leer, unfruchtbar

H

Haal Zug
Haalbohm Stange im Schornstein, an der die Herdkette befestigt ist
Hackhau größere Hacke mit ganzem, spitz zulaufendem Blatt
halsen ein Segelfahrzeug vor dem Wind wenden
Halswark Arbeit, die die volle Kraft erfordert, Mühe
Hamm abgeschrägter Giebel eines Hauses, Vordach
Hammrich Niederungsmoor
Hanghaal (vermutl.) Hängezug
harvstig herbstlich; dat Veeh brullt h.: das Vieh will in den Stall
Heck un Deck, vor H.u.D. drieven steuerlos treiben
Heck Weidetor
Hecke grobe Hanf- und Flachsfasern (Abfall beim Hecheln), die zu grobem Tau oder (als Werg) zum Kalfatern (Dichten) verwendet wurden
Heidecker Rotwurz
Heidrubintje Heidebluthänfling
Heister (h) junger Laubbaum
Helling schiefe Ebene zum Bau von Schiffen auf der Werft
hen un weer hin und wieder
hen, al wat h. schon etwas hin, d.h.: schon etwas älter
Hille Stallboden, Heuboden
Ho(o)ken un Hö(ö)rns Ecken und Winkel
Höchte Hügel, Sandrücken
Holt Holz; Sarg
Hook Winkel, Ecke (ndl.: hoek)
Höörn Ecke, Winkel; Stuhl neben dem Herd oder Ofen
Huckelweg holperiger Weg
Hülsdoorn, Hülsenbusk Stechpalme, Ilex
hüpken hüpfen

I

Iloov Efeu
Inbilln Einbildung
inbören einnehmen
indewiel weil

J

Jahr, vör‘n J. of wat vor einigen Jahren
jonum (jo) besonders, vor allem
Jüll Jolle, kleines Boot
Juniquatember erster Monat des Vierteljahreszeitraums Juni/ Juli/August

K

Kaan Dohle
Kajung Uferstraße
Kamp abgegrenztes Stück Land
Karmelkbree Buttermilchbrei
karnen buttern, Butter machen
Karnhaus Milch-, Butterkammer
Kickerei Streit
Kieker Fernglas
Kimm (h) Sehkreis, Horizont
Kipp-Kapp-Kögel Laterne
Klapptille Zugbrücke
Klemm, Klemmvögel Sperber; Falke; Habicht
Kleppen, binnen de K. zwischen den Türklinken, d.h.: im Hause
Klippgatt Dargloch (tiefabfallendes, steiles Loch) (s. dargig)
Klumpkoorn klumpiges/klumpendes Korn (Buchweizen)
Klüver vorderstes, dreieckiges Segel am Stag (Drahtseil, das den Mast nach vorn stützt)
Klüver vorderstes Segel
Knevel (Knävel) Bursche, Lausbub
Knick Windschutzhecke; Biegung; Erdwall
Knieptang Kneifzange; scherzhaft auch für: Geizkragen
Knubb/e Baumstumpf, Höcker; Landschaft mit bewachsenen Bodenhöckern
Köhlenkeerl Kohlenmann, Kohlenlieferer
Kolk Grube, See, Teich, Viehtränke
Koors Kurs
Köpke Tasse
Koppelheck Landheck, Weidetor
Körtjan Zaunkönig
körtof kurzab, schroff
Krabber Kratzer, Kratzwerkzeug, kleine Hacke
Krall Koralle, Perle
Krammetsvogel Drossel
Kreit Lattenkorb zum Torftransport; auch: Leiterwand, Seitenheck (eines Wagens)
krieten jammern
Krinthstuutje Korinthenbrötchen
Krömmelke Bröckchen, Krümelchen
Kröök Entbehrung, Mangel, Not
Kru(u)pwilge Buschweide
Kruke irdene, d.h. aus gebranntem Ton bestehende Flasche; Hindernis
Krummspaa breiter, vorn spitz zulaufender Spaten
Krüüsbeje Stachelbeere
Kuff Frachtsegler, 16-30 m lang. Im 19. Jhdt. typischer Küstenfahrer der Nord- (und Ost)see, fuhr gelegentlich auch über den Atlantik.
Kuntrei Gegend, Landstrich, Umgebung
Kuschel (K.kamp, K.rand) Unebenheit im Boden
Küsel; küseln Strudel; taumeln (Wind küselt: strudelnder Wind)
Kuur Schnaps, Branntwein

L

Leegde Niederung
Leegmoor Niedermoor, niedriges (sumpfiges) Weideland
leren ledern
liekup aufrecht
liesam ruhig, sanft, verhalten
lodig (blei)schwer, gewichtig
lüden, lütt läuten, läutet
Luginsland abgeleitet von „Schauinsland“ (lugen= vorsichtig, aber scharf nach etwas schauen)
Lugstand (vermutl.) Wachtturm, Aussichtsturm, Hochsitz
Lüntje Spatz
luntjen dürres Gras abbrennen
luren lugen, lauern, schielen
lüstern flüstern; lauschen, horchen

M

Maal, Malen (sing.u.plur.) Zeichen, Ziel, Grenzzeichen, Punkt
mackelk bequem, angenehm
Macker Freund, Kumpel
mall schlecht; verrückt
Malle, för die M. umsonst
Markwart (h) Eichelhäher
mausig, sich m. machen (h) keck auftreten
Meede Gras-/Grünland
Mergel (h) kalkhaltiges Gemenge
Micheels Michaelistag (29.9.)
minnelk schwach, schwächlich, zart
Minskdoom Menschheit
Möh „Muhme“, Zusatzbezeichnung für ältere Frauen („Antjemöh“ oder auch „Antje-Möh“)
Monarch scherzhaft für: Trunkenbold (Ursprung unbek.)
Moorsnippe Moorschnepfe
Mudder; muddrig Schlamm, Matsch, Dreck; schlammig, matschig, dreckig
Muff (h) Pelz zum Wärmen der Hände
Mull weiche, lockere Erde
Mulm (h) verwesendes, zerbröckelndes Holz

N

Nardengras unfruchtbares, hartes Gras
nett soeben, gerade
nüdelk niedlich
Nuest Nest

O

O(o)genverkökelee Vorspiegelung, Schwindel, Täuschung
Ofbescheed Abschied
ofmuffeln abmurksen, umbringen
ofmustern abmustern, von Bord gehen
ofricheln absperren, einzäunen
Ohm Oheim. Zusatzbezeichnung für ältere Männer („Gerdohm“ oder auch „Gerd-Ohm“)
Oogen Augen
Oort ca. 1/4 Kroog, Kanne, Liter usw.
Ootje Großmutter, Oma
övereerden „übererden“, d.h. eine Erdschicht aufbringen
överg übrig
overschröckeln mit einer dünnen Eisdecke überziehen, überfrieren

P

P, een „P“ vörsetten unterbinden, hindern (Ursprung der Redensart unbek.)
Paasken Ostern
Packje Packen, Last; Anzug, Kleidung; Prügel
Padd Pfad, Weg
Panier (h) Hasenpanier, d.h. der Hase flüchtet mit erhobenem Schwanz (= Panier bzw. Banner)
Pannbackerei „Dachpfannen-Ziegelei“
Patrieshenne, -höhner Rebhuhn, -hühner
Pfriem Werkzeug zum Löcherstechen in Leder (= Ahle)
Plaats Bauernhof, Landgut
pläserelk lustig, spaßig, vergnüglich
Platenschlick (vermutl.) Schlick von einer
Ploog Arbeitskolonne (im Moor)
Pöter Stoß
Proot, kien P. bewennt nicht der Rede wert
Prootje Schwätzchen, Plausch
prootsk gesprächig
Pünte Fähre
Pütt Brunnen; Kuhle
pütten Wasser heraufziehen

Q

quad böse, schlecht
quienen kränkeln, dahinsiechen

R

rack locker, lose, wackelig (meistens: rick-rack)
Rägen (Regen) lößbreken (künstlich) Regen auslösen, Regen machen
Rägen(Regen)gilpen Regenpfeifer
Rante Rand, Kranz
ratt flink, geschwind, rasch
Rauchwerk Pelzwerk (Besatz, Verzierung aus Pelz)
Reep Tau, Seil
Reepschläger Seilmacher
Reichsfarben schwarz weiß rot bezieht sich aufs Kaiserreich (bis 1918)
Reith Reet, Ried (Röhricht, Schilfrohr)
Repel Kamm, Riffel
Retteldag „Rettungstag“: einzelner guter Tag in schlechter Erntezeit
Richelholz Holz für Richelpfähle
richeln einzäunen
Richelpfahl Zaunpfahl, Grenzpfahl
Rieksdaler Reichstaler (1½ ostfr. Gulden = 54 Stüver = 27 Schaap)
rigolen (rijohlen) wühlen, tief umgraben
Ringenpütt Brunnen (Pütt) aus gemauerten Zementringen
Rött Fäulnis, Verwesung; Ratte
Rotteis (Rötties) brüchiges Eis
Ruch (h) Duft, Geruch
Rüske Binse
Rüst(e) Rast, Ruhe
rüsten rasten, ruhen
rütteln (h) (Raubvögel) mit schnellen Flügelschlägen flattern, ohne sich vorwärts zu bewegen
ruug; Ruugsnuut roh, robust, struppig; „struppige Schnauze“
Ruum Zwischenraum
Ruut Scheibe, Fensterscheibe

S

S(ch)lenge Befestigung aus Buschwerk und Pfählen im Wasser zum Schutz vor Abspülung
S(ch)lenke Biegung, Krümmung
S(ch)loot Graben
s(ch)löten Gräben reinigen
s(ch)mölen glimmen, schwelen
S(ch)nauper Beißer, Faucher
Sägebaas Sägemeister
Sandkasten (h) Straßenuntergrund
Sandrack sandige Kanalstrecke
Schaa Schaden
Schanze s. Faschine
Schanzenkajung Schanzenweg, -befestigung
Scharr Schatten
Scheel (Schäl) Unfriede, Streit
Scheemte Schatten, Schemen, Schimmer, Nebelbild
Schiffstimmerbaas Schiffszimmermeister
Schipperhedd Hängematte
Schlag (Roggenschlag) Feld
Schlagfeld abgetorfte Fläche, auf der frischer Torf zum Trocknen gestapelt wird
schöfeln Schlittschuh laufen
Schofeltied schlechte Zeit
Schofenschüren (Dachdecken) überschüssiges Stroh abschneiden
Schofftiet Arbeitspause, Essenszeit, Feierabend
Schoof (Schof, Schoov) Bund, (Stroh-) Garbe; Schar, Menge; (Jägerspr.) Kette von Gänsen oder Enten
Schott Holzwand
Schottbrett Holzwand, -brett (hier: zum Stapeln und Transportieren des nassen Torfes)
schrecken (h) (Jägerspr.) Schrecklaute ausstoßen
schröckeln frieren
schu(u)len Schutz suchen, sich unterstellen; schleichen
Schummeltied Putzzeit, Zeit des Großreinemachens
Schummertied Dämmerung
Schuner Schoner, Segelschiff mit mindestens zwei Masten
Schunergalljoot, Schunerkuff als Toppsegelschoner getakelte Galiot bzw. Kuff
Schüttgeld Abgabe, Gebühr; Lösegeld für geschüttetes Vieh (schütten = freilaufendes Vieh aufgreifen und einsperren)
Schüüvke Schelm
Schwarzdorn (h) Schlehenstrauch
Schweinfurter Grün hochgiftige arsenhaltige Malerfarbe (eines der ersten Insektizide)
Sei(e)l Segel
seieln, seilen segeln
Setter(in) Torfsetzer(in)
Settfeld Setzfeld = Schlagfeld (abgetorfte Fläche, auf der neuer Torf zum Trocknen gestapelt wird)
Siam (h) Thailand
sichern (Jägerspr.) prüfen
sichten mit der Sichel schneiden bzw. mähen
siedels seitwärts, zur Seite
sinnig ruhig, langsam
Slag Schlag; aufgeschütteter Torfhaufen; Schlag; unner’t Slag hebben = beherrschen
Slitasche (Slietassje) Verschleiß
Sloothau flache, nach unten einwärts gebogene Schaufel aus Eisenblech (an langem Holzstiel), um Schlamm usw. aus dem Graben zu ziehen
Sluck Schluck, Schnaps
Slumpkoorn Glückskorn
Sluuk Gurgel, Hals; als Beiname: jmd., der den Hals nicht voll genug bekommt
Smaak Geschmack, Wohlgefallen, Lust, Interesse
Smachtlapperee Hungerleiderei
smüsterlachen schmunzeln
Snee Kerbe, Schnitt; Schnee
solte See „salzige See“ = Meer
Sööm Saum
Sööpke Saum
Sparr langer Schiebestock
Speigatt Wasserdurchlass im oder neben dem Schleusentor
Speil Splitter, Spahn, Holzstäbchen (z.B. im Wurstende)
Spill Spiel, Sache; Spindel; (Schiffahrt) drehbare Vorrichtung zum Einholen von Trossen etc.
Spitt Loch, Kuhle
Spökenkieker Gespensterseher, Seher
Sprenkel (vermutl.) Metallvorrichtung zum Vogelfang
Stapp; up de S. Fußstapfen, Schritt; auf den Weg
steken stechen, stecken, anpflocken (von Tieren); reizen, stacheln
Stick, en S. steken „einen Stick stechen“, einen Streich spielen
Sticker (Halte)pflock; Spaten zum Torfgraben
Stieg, ’n half Stieg 1. (ungefähr) zehn, 2. Stiege = 20 Stück
Stiekelbaas „Stachelmeister“, „Stachelfreund“
Stiekelswien Igel
Stock, en wat up de S. doon jemanden ärgern, reizen, quälen
stofferg staubig
Stohlenmaker Stuhlmacher
Stookerei Branntweinbrennerei
Stopp Korken, Pfropfen, Stopfen
Stove Fußofen, Fußbank
Streek Strich, Linie: Gegend; Äquator
strieken, strickt streichen, streicht
Stropp Schlinge, Strick, Strang
Struntdinger Mistdinger
Struukrover Strauchdieb
Stück, en S. of wat einige
stücken kaputt, entzwei
Stuken aufgestapelte Torfhaufen
stuken, gestuukt (Torf) aufstapeln, aufgestapelt
Stürk Storch
stuufdoot mausetot
Stuutje Brötchen
Stüver 1/54 Reichstaler, 1/20 ostfr. Gulden, ca. 5 Pfennig
sübken Glucksen von flachem Wasser in pflanzl./morastiger Umgebung
Suggelkes (des Geißblatts) (süße) Blüten, geeignet zum Aussaugen (sugen = saugen, aussaugen)
sükeln siechen, kränkeln, krank sein
sünig sparsam
Sünner-Klaas Sankt-Nikolaus
Sünntiek(e) Marienkäfer
supen trinken, saufen
Süükte Krankheit, Seuche, Sucht
swajen schaukeln, schlingern, sich hin und her bewegen
Sweert Schwert; hier: Seitenschwert (eines flachbodigen Schiffs)
Swichtstell(en) Galerie einer Windmühle (von der die W. gestellt oder regiert, plattdt.: swicht’, wird)
Swienegel Igel

T

Taal of Teken Nachricht oder Zeichen = Lebenszeichen
Tand hübsches, wert- und nutzloses Ding, Blendwerk
Taumelkäfer (h) Schwimmkäfer
Tegenspö(ö)d, Tegenspood Missgeschick, Schicksalsschlag
Tegenstööt Unglück, Fehlschlag, Missgeschick
Tenne (h) festgestampfter Boden in der Scheune
Tichelei Ziegelei
Tim(m)pstück Eckstück, Spitzstück
Tinkelkast Blinkkasten (Fernseher)
Tock, up’t T. zum Narren halten, veräppeln
Togg (Tog), Toggsloot großer Graben, Strömung, Zuggraben
Tönbank Werkbank
Torfbült, T.en Torfhaufen
Törfkarr Schubkarre mit nur einer Wand hinter dem Rad
Törfpütt Torfbrunnen
Torfschlag, -schläge Torfhaufen; größere Torfmenge, bestehend aus mehreren zusammengeschlagenen Reihen
töven warten
Trecklien Zugleine
Trojer gestrickte, wollene Unterjacke, Wollpullover
trüggeln (trücheln) (be)drängen, bitten
Tung, liggende T. schleppende Zunge
Tütvogel Rotschenkel
Tüüg Stoff
Tuunverneler Gartenzerstörer
Tweedunker Zwielicht, Dämmerung
Twilt Ast-, Zweiggabelung

U

überschröckelt überfroren
umhooch empor, hoch
umlopen, umlopend anfallen, anfallend
Umwennst Umgewöhnung
unmiß abwegig, falsch, verkehrt
unnerfinnen herausfinden; erfahren; durchmachen; erdulden
unnerst boven flegen um-, durcheinander fliegen, stürzen
unnersteboven durcheinander
uns Volk „unsere Leute“, Familie
upjappen aufatmen
Upkamer Nebenkammer, -zimmer
Üpperste(n) Oberste(n), Obrigkeit
upsmieten ab-, aufwerfen, erbringen
utrüden, utrütt ausroden, ausgerodet
utschänden verschandeln
utsuren ausbaden, auslöffeln, büßen

V

van sülfst von selbst
verdegen verteidigen
verdretelk ärgerlich, verdrießlich
Vergang Abnutzung, Vergehen, Verschleiß
verhalen erholen
Verlaat Schleuse
verleckt durchgeregnet, undicht
Vermaak Gefallen, Vergnügen, Genuss
Vermick (in’t V. kriegen) Visier (ins Visier bekommen, aufmerksam werden)
verneiht schlimm, verflixt
vernejen, verneert erneuern, erneuert
verscheten verlagern, verrutschen, rasch die Stelle wechseln und verändern; verschießen
Vördel Viertel
Vörenn Vorderhaus
Vörkamer Vorkammer, -zimmer
Vörunner (Vorunner) Vorderkajüte

W

Waak (Wake) offene Stelle im Eis
Wahrschau! Vorsicht! (seemännischer Warnruf)
Wark, annomen W. Akkordarbeit
Weedmann Witwer
Well Welle; Wasserader
Wicht, Wichter Mädchen
Wick(ers)wief Wahrsagerin, Zauberin, Hexe
Wieke Kanal
Wiel, unner de W. unterdessen
wiesmaken schwindeln, jmd. anführen
Wiesmakeree, wiesmaken Schwindelei
Wilge Weide; Weidenzweige
Wind, de W. schütt um der Wind dreht sich mit der Sonne
wöhlen wühlen; rigolen (tief ausgraben und die untere Erdschicht mit der oberen vermischen)
Wolden Landstrich zwischen Emden u. Riepe, wo früher Reet geschnitten wurde (Wold/Woold = Wald – häufig als Flurname)
wriggen (wricken) bewegen, hin- und herdrehen, rudern
Wulfsblömen Arnika
Wüppsteert Wippschwanz

Z

zehnten, gezehntet (h) dezimieren, dezimiert
Zwille (h) Astgabelung; kleine Schleuder