Bilder

(37) Spetzerfehn, Friedhof I: Informationstafel zu Johann Schoon

 

(25) Johann Schoon 1958.

(27) In den 1950er Jahren setzte überall ein großes Mühlensterben ein. Auch Spetzerfehn drohte seine Mühle zu verlieren, sie stand mehrere Jahre still. In dieser Zeit verfasste Johann Schoon das Gedicht „Uns olle Möhlen“. Dank glücklicher Umstände übernahm der Müllermeister Theodor Steenblock 1955 die Mühle Spetzerfehn, zunächst als Pächter, ab 1961 als Eigentümer. Sie ist nach wie vor in Familienbesitz und die einzige Mühle Ostfrieslands, die noch gewerbsmäßig mit Windkraft betrieben wird. Infos zur Geschichte der Windmühle Spetzerfehn (Mühle Steenblock) hier.
Näheres über Windmühlen in Ostfriesland hier.
Auf dem Bild ist auch die neue Betonbrücke zu sehen, die die hölzerne Klappbrücke ersetzt hatte. Da die Schiffahrt auf den Fehnkanälen nach dem 2. Weltkrieg allmählich zum Erliegen kam, wurden die Klappbrücken nicht mehr gebraucht.

(28) Die Kleinbahn verkehrte seit 1900 auf der Trasse des heutigen „Ostfriesland-Wanderwegs“. Der Personenverkehr wurde 1956 eingestellt, der Güterverkehr 1969.
Links ist das Schulgebäude zu sehen, das seit dem Neubau der Grundschule am Ülkeweg (1961) als Friedhofskapelle dient.
Infos zur Geschichte der Eisenbahn in Ostfriesland hier.
(Aufnahmejahr: 1967)

(28) Moped-Führerschein aus dem Jahr 1961. Da Johann Schoon schon lange vorher Motorrad gefahren war, handelt es sich wahrscheinlich um eine Neuausstellung.

(30) Die beiden Fehntjer Dichter Greta Schoon und Johann Schoon befinden sich hier auf dem Weg zu einer Schriftstellertagung. Dem Fotograf schrieb J. Schoon kurze Zeit später einen kleinen Brief: „Lieber Herr Hippen! Für die Geburtstagswünsche und vor allem für das Bild danke ich vielmals. Es ist ja nun vielleicht Zufall, daß Greta und ich einen so ungewöhnlichen Kopfschmuck tragen, es macht sich aber gut. Alle Betrachter sind sich darüber einig, daß die Aufnahme sehr gut ist. ‚Dar kann’s noch glieks sehn, wat’n goden Apparat is‘, heißt es allgemein.“
(Foto: Heinrich Hippen.)

(32) Für sein Hochdeutsch-Plattdeutsches Wörterbuch in ostfriesischer Mundart hatte der sprachinteressierte Mediziner Dr. Otto Buurmann (Leer) einen Stab sprachkundiger Mitarbeiter aus ganz Ostfriesland versammelt. Man traf sich regelmäßig in kleinem oder größerem Kreis. Das Foto zeigt (v.l.): Jacques_Groeneveld, Johann Schoon, Otto Buurmann, Wilhelm Groeneveld, Heye Coordes und Hinrich Schoolmann. Eine Person fehlt: Johann Schoons Ehefrau Nanny. An dem Wörterbuch hatte auch sie ihren Anteil. Nach dem Tod ihres Ehemannes 1968 übernahm sie seine Aufgabe für eine Weile sogar offiziell – ohne dass ihre Mitwirkung auch nur mit einem Wort gewürdigt worden wäre.
(Foto: Heinrich Hippen)

(31) Johann Schoon am Schreibtisch mit seiner „Olympia“ – 1965.

(33) Die niederdeutsche Autorenvereinigung „Schrieverkring“ war für Johann Schoon ein wichtiger Ort des Austausches mit Kolleginnen und Kollegen aus der Weser-Ems-Region. Die Aufnahme ist 1966 entstanden und zeigt (v.l.): Elisabeth Pollmann, Greta Schoon, Heinrich Diers, Hein Bredendiek, Wilhelmine Siefkes, Luise Uhlhorn, Thora Thyselius, Johann Schoon und Elisabeth Reinke.
(Foto: Heinrich Hippen)

(34) Für seine Gedichte „Wulfsblömen“ und „Tweedunker“ wurde Johann Schoon 1966 mit dem Freudenthal-Preis ausgezeichnet. Auf dem Foto, das im Rahmen der Preisverleihung in Rotenburg / Wümme entstand, sind – neben Johann Schoon (li.) – seine Frau Nanny sowie Dr. Otto Buurmann, Herausgeber des Hochdeutsch-Plattdeutschen Wörterbuchs, zu sehen.

(23) Kinder im „Sonntagsstaat“ an der Alten Norderwieke zwischen Hecke (links) und Kanal. Links im Bild Johann Schoon.

(22) Im 2. Weltkrieg wurde Johann Schoon im Februar 1940 eingezogen und – mit einer Unterbrechung – Soldat bis 1945. Er war Gefreiter, später Unteroffizier bzw. nach der Einberufung zur Kriegsmarine Maat/Obermaat. Stationen: Niederlande, Belgien, Norddeutschland, Einsatz überwiegend in der Schreibstube sowie bei der Bewachung von Kriegsgefangenen. Bei Kriegsende geriet er für kurze Zeit in britische Gefangenschaft.

(23) Ein Bild für den Vater im Krieg: Nanny Schoon mit den Kindern Albert und Heta.

(20) Das Haus der Familie Schoon an der Alten Norderwieke, 1936.

(19) Johann Schoon mit seinen Töchtern Berta (li.) und Heta (re.), dazwischen ein Nachbarkind (1936).

(21) Wasserschöpfmühle an der „Schleuse II“, Unterende Spetzerfehn (1930er Jahre).

(17) Die Geschwister Albert und Heta auf dem Weg an der Alten Norderwieke in Spetzerfehn, 1934.

(18) Johann Schoon – um 1935.

(16) Nanny Schoon mit ihren drei Kindern Berta (auf dem Arm), Albert (li.) und Heta (1929).

(14) Die Wege auf den Fehnen entlang der Kanäle waren meist in schlechtem Zustand und vor allem im Winter und bei nasser Witterung kaum befahrbar. Ab Mitte der 1950er Jahre wurden sie ausgebaut – zuerst entlang der Hauptwieken, später an den Seitenkanälen wie an der Alten Norderwieke.

13. Nanny Franke und Johann Schoon heirateten 1923. Sie stammte aus dem Bauerndorf Holtrop, wo ihr Vater einen Malerbetrieb geführt hatte. Nach dem Tod der Eltern 1920/21 zog sie nach Spetzerfehn an die Alte Norderwieke zu Tante und Onkel, wo sie mit ihrem Mann Johann einen Hausstand begründete.

(11) Johann Schoon erlebte als Soldat zwei Weltkriege. Auch wenn er in späteren Jahren das Militär nicht grundsätzlich ablehnte – dafür war er im Grunde seines Herzens zu konservativ –, so war ihm doch alles Militaristische zuwider. Gerne gab er eine Geschichte aus den zwanziger Jahren zum Besten, bei der es um militärische Auszeichnungen ging. Er hatte im 1. Weltkrieg – mehr aus Versehen, wie er augenzwinkernd erzählte – das Eiserne Kreuz erhalten, und als ein Bekannter es sehen wollte, habe er geantwortet: „Tut mir leid, das habe ich unserm Schaf umgebunden, es stand ihm sehr gut, aber es ist dann leider weggekommen …“ Der Bekannte habe sich nie wieder sehen lassen.

Von Anfang 1915 bis Ende 1918 war Johann Schoon Soldat im 1. Weltkrieg, stationiert in Frankreich, Russland und Rumänien. Als „Musketier“ zählte er zu den einfachen Soldaten.

Auf dem Foto v.r.: Johann Schoon, seine ältere Schwester Anna, seine Nichte Greta (auf dem Arm ihrer Mutter Geeschke), sein jüngster Bruder Gerhard und sein Neffe Loet. Aufnahme um 1911.

(08) Margaretha (1855-1933) und Loet Börcherts Schoon (1855-1920). Loet Schoon war Landwirt und Binnenschiffer, zusammen mit seiner Frau verwaltete er die Bahn- und Postagentur, betreute die Eisenbahnbrücke und betrieb eine Gastwirtschaft. Die Vorfahren lassen sich bis in die Gründungszeit des Fehns (1746) zurückverfolgen. Ein Teil der Familienmitglieder, einschließlich der Frauen, war bei der Post und der Bahn angestellt.

(07) Spetzerfehn hatte ursprünglich drei Schulen. Die älteste war die „Schule I“ (Bild), die sich an der Bahnlinie in direkter Nachbarschaft von Johann Schoons Elternhaus befand. Hier gingen alle Kinder aus dem älteren (West-) Teil Spetzerfehns sowie dem angrenzenden Ulbargen zur Schule.
Das Schulfoto von 1906 zeigt die Klassen 1 – 8. Der 12-jährige Johann Schoon ist in der oberen Reihe zu sehen (3.v.r.). Er war, wie später erzählt wurde, ein begabter Schüler, der von seinem Lehrer sehr gefördert wurde.

(06) Das Elternhaus – aufgenommen von der gegenüberliegenden Kanalseite aus. Vermutlich handelt es sich um eine Ansichtskarte. (Vor dem 1. Weltkrieg, Jahr unbekannt.)

(05) Johann Schoons Elternhaus um 1910. Am Giebel befindet sich ein Schild der Eisenbahn-Agentur, das Schild am Seiteneingang weist vermutlich auf die Poststelle hin.
Es handelt sich um eine Ansichtskarte mit dem Vermerk auf der Rückseite: „L. [= Loet] Schoon – Post- und Bahnagentur, Spetzerfehn“.

(04) Um 1900: Blick von der Galerie der Windmühle Spetzerfehn auf Klappbrücke, Kanal und die Werft Bokelmann (links).

Die Windmühle Spetzerfehn um 1900. Sie wurde 1886 erbaut – nachdem die Vorgängermühle infolge Blitzeinschlags abgebrannt war. Vor der Mühlenkappe ist der sogenannte „Steert“ (Sterz oder Vordrehbaum) zu sehen, der später abgebaut wurde.

(35) Johann Schoons Lebensweg war von einigen Brüchen und Krisen geprägt. Aber in seiner Ehefrau Nanny (1897-1985) hatte er eine starke Lebensgefährtin. Mit ihrer unermüdlichen Energie und Willenskraft stützte sie ihren Mann, hielt die große Familie zusammen und versorgte bis an ihr Lebensende die behinderte Tochter. Dabei begleitete sie das literarische Schaffen ihres Mannes mit Interesse und Sachverstand. Johann Schoon pflegte zu sagen: „Meine Frau ist mein bester Kritiker!“
Nachdem ihr Mann verstorben war, holte Nanny Schoon manches nach, wofür ihr ein Leben lang Zeit und Muße gefehlt hatte: Sie las ein Buch nach dem andern, am liebsten politisch-dokumentarische Werke, und nahm lebhaft am Zeitgeschehen Anteil. Ein wichtiges Thema war für sie die beklemmende dörfliche Enge und die Benachteiligung von Mädchen und Frauen – so wie sie sie selbst erfahren hatte: Obwohl sehr begabt, durfte sie keinen Beruf erlernen.

(02) Kartenausschnitt Spetzerfehn und Umgebung.

(01) Die „Heimatkarte von Ostfriesland“ (Ernst Völker Verlag) wurde 1954/55 gedruckt und in den 1980er Jahren um die neuen Autobahnen ergänzt. (Veröffentlichung auf dieser Webseite mit freundlicher Genehmigung des Verlags.) Johann Schoon lebte in Spetzerfehn (südöstl. von Aurich). Seine Geschichten bzw. Texte sind angesiedelt in der Fehn-, Geest- und Moorlandschaft Ostfrieslands.

(36) Auf dem Friedhof I in Spetzerfehn wurden 2017 auf Initiative des Ortsrats Informationstafeln zu den „zwei Dichtern aus einem Haus“ aufgestellt: Johann Schoon (1894–1968) und Greta Schoon (1909–1991). Auf dem Foto ist vorne das Grab Johann Schoons zu sehen, das Grab seiner Nichte Greta Schoon befindet sich rechts dahinter.